Über

Katya Frei (*1994, Belarus) wuchs in Polesien auf, einer Region im südöstlichen Belarus. Wälder, mäandernde Flussläufe und Sumpfgebiete prägen nicht nur die Landschaft, sondern auch den künstlerischen Blick Freis: die Ursprünglichkeit dieser wilden Natur und die ihr anhaftende Mystik sind wichtige Quellen ihrer Bildsprache.

Auch interkulturelle Einflüsse spiegeln sich in Freis Arbeit wider: zehn Jahre lang lebte die Künstlerin zwischen Europa und dem Nahen Osten. Eine Zeit, die ihr besonders den asiatischen Kulturraum näherbrachte. 2016 wurde sie in den Vereinigten Arabischen Emiraten für den Young Artist Award nominiert.

Frei studierte am Staatlichen Architektur- und Baukolleg Minsk (Мінскі Дзяржаўны Архітэктурна-будаўнічы Каледж) sowie Grafik und Druckgrafik an der Universität für angewandte Kunst Wien. Während dieser Zeit nahm sie an zahlreichen internationalen Ausstellungen teil, unter anderem repräsentierte sie die Angewandte an der Tokyo University of the Arts.

In Backwater, Freis Diplomprojekt von 2023, befasste sich die Künstlerin mit Fragen zu Herkunft, kulturellen Einflüssen und den Auswirkungen aktueller Ereignisse in Belarus und dessen Nachbarländern. Es versteht sich als vielschichtige Aufarbeitung von Kindheitserinnerungen und Motiven der belarussischen Landschaften.

2023 zog Katya Frei nach Klagenfurt, wo sie lebt und arbeitet. Ihre forschungsbasierte künstlerische Praxis steht auch hier in engem Dialog mit ihrer Umgebung; 2024 wurde sie für ein Projekt zu in Kärnten heimischen und vom Aussterben bedrohten Pflanzenarten mit dem Wietersdorfer Preis für Bildende Kunst Kärntens ausgezeichnet.

Die Natur als zentrale Inspirationsquelle und Motiv ist ein deutliches Merkmal der Werke Freis. Ihre künstlerische Wahrnehmung changiert zwischen dem Offensichtlichen und dem Verborgenen: der Bewunderung äußerer Schönheit und Ästhetik und der Suche nach versteckten Details im Vertrauten.

Technisch verarbeitet Frei dies in Lithografien, Holzschnitten, Radierungen und Zeichnungen. Pflanzen und Insekten stehen einerseits für lebendige Organismen, andererseits dienen sie als Metaphern für Wandel, Zerbrechlichkeit und den zyklischen Rhythmus von Werden und Vergehen.

Katya Frei, Werk- oder Atelieransicht.
Foto: Johannes Puch

Kurzprofil

  • *1994, Belarus
  • lebt und arbeitet in Klagenfurt, Österreich
  • studierte Grafik und Druckgrafik an der Universität für angewandte Kunst Wien
  • arbeitet mit Lithografie, Holzschnitt, Radierung und Zeichnung
  • 2024 ausgezeichnet mit dem Nachwuchspreis Bildende Kunst Kärnten (Wietersdorferpreis)

Sammlungen

  • Cultural Office of Her Highness Sheikha Manal.
  • Museum Moderner Kunst Kärnten.

Ausbildung

  • 2015–2023

    Studium an der Universität für angewandte Kunst Wien; Abschluss, Hauptfach Grafik und Druckgrafik.

  • 2010–2014

    Architekturcollege Diplom, Hauptfach Kunstgrafikdesign, Minsk, Belarus.

Preise und Stipendien

  • 2025

    Arbeitsstipendium für Bildende Kunst 2025, Land Kärnten, AT.

  • 2025

    Wettbewerb der Kärntner Sparkasse, Klagenfurt, AT.

  • 2024

    Nachwuchspreis Bildende Kunst Kärnten (Wietersdorferpreis), GALERIE3.